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Stoffwechselstörungen und Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechselstörungen - Abweichungen vom normalen Körperstoffwechsel

Was ist der menschliche Stoffwechsel?

Jeder hat ihn bzw. sogar mehrere davon, aber kaum einer weiß so richtig, was der Stoffwechsel in unserem Körper überhaupt macht, außer die Verdauung zu regeln. Um über Stoffwechselstörungen und -erkrankungen sprechen zu können ist es erst einmal unumgänglich zu definieren, was Stoffwechsel überhaupt bedeutet.

Unser Körper ist einem ständigen Umbau, Aufbau und Wechsel unterworfen. Der Mensch wird nicht komplett fertig geboren, sondern alle körperlichen Vorgänge sind von einem permanenten Wandel abhängig.

Man kann den Begriff mit drei Sätzen kaum besser definieren als Wikipedia:

„Als Stoffwechsel oder Metabolismus bezeichnet man die Gesamtheit der chemischen Prozesse in Lebewesen. Dabei wandelt der Organismus chemische Stoffe in Zwischenprodukte Endprodukte um. Diese biochemischen Vorgänge dienen dem Aufbau und der Erhaltung der Körpersubstanz (Baustoffwechsel) sowie der Energiegewinnung für energieverbrauchende Aktivitäten (Energiestoffwechsel) und damit der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Wesentlich für den Stoffwechsel sind Enzyme, die chemische Reaktionen beschleunigen und lenken (katalysieren).“

Die meisten Vorgänge in unserem Körper werden vom Stoffwechsel reguliert und beeinflusst. Dazu gehören auch die Nährstoffkreisläufe wie Kohlenhydrat-, Fettstoff-, Eiweiß- und Mineralstoffwechsel.  Alle Kreisläufe, die wir tagtäglich durchlaufen, ohne sie bewusst zu registrieren, werden auf diese Weise gesteuert und halten uns am Leben und bei Gesundheit. Ohne lange um den heißen Brei herum zu reden, seien hier für einen schnellen Überblick die Funktionen des Stoffwechsels gelistet:

  • Ernährung und regelmäßige Erneuerung jeder einzelnen Zelle
  • Regelung des Tag-/Nachtrhythmus (Schlaf-/Wachphasen)
  • Nahrungsaufnahme und Verdauung
  • Regulierung der Körperwärme
  • Regulierung und Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushaltes
  • Blutzucker/Blutfette
  • Wachstum
  • Sexualität

Schaut man sich diese Liste an, kann man sich leicht vorstellen, wie schnell es mittels falscher Lebensweise zu Störungen und Krankheiten im Organismus kommen kann. Wie Pflanzen, braucht auch unser Körper ein gewisses Milieu für eine gesunde Entwicklung.

Es gilt also unter allen Umständen, den Stoffwechsel bei Laune zu halten bzw. für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen (auch mit der Lebensweise). Denn der Metabolismus kann unsere Körpervorgänge nicht steuern, wenn wir nicht für die perfekten Voraussetzungen sorgen, d. h. unsere Lebensweise auf eine gesunde Basis steuern. Tun wir dies nicht, müssen wir unter Umständen mit zum Teil fatalen Folgen leben.

Hormone steuern unseren Stoffwechsel

Damit die Regulierung aller Körpervorgänge gelingen kann, kommen meist Hormone zum Einsatz. Mit diesem Thema beschäftigen sich übrigens sogenannte „Endokrinologen“. Produziert werden die lebensnotwendigen Hormone in den entsprechenden Organen und mittels unserer Drüsen in den Körper eingebracht. Wer also unter Stoffwechselstörungen oder/und -erkrankungen zu leiden hat, stellt sich am besten beim Fachmediziner vor.

Wer den Begriff Hormone hört, denkt sicher gleich an Sexualität, was ja auch zum Teil der Wahrheit entspricht. Als Hormone bezeichnet man aber im Allgemeinen sämtliche biochemischen Stoffe, die dem menschlichen Körper Informationen übermitteln, um den Stoffwechsel in Gang zu halten. Würde man dieses Bild auf eine Autobahn übertragen, würde sich niemand mehr zurechtfinden und es käme zu einem furchtbaren Verkehrschaos. Unser wunderbarer Körper schafft das aber und wir sollten alles zur Unterstützung tun.

An erster Stelle stehen die Hormone die in der Nebennierenrinde, der Bauchspeicheldrüse und der Schilddrüse gebildet werden. Tatsächlich sind sie immens wichtig für unser Überleben. Weitere Hormone liefern der Hypothalamus, der im Zwischenhirn sitzt und die Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die, klein wie eine Kirsche, sich etwa in Höhe der Nase mitten im Kopf auf einem Knochenteil der Schädelbasis befindet, der auch Türkensattel (Sella turcica) genannt wird (seinen Namen hat der Türkensattel aus den Zeiten der alten Anatomen, die zur Bezeichnung der Körperteile gern alltägliche Gegenstände nahmen, in diesem Fall wohl einen Reitersattel aus dem vorderasiatischen Bereich).

Dieser kleine Exkurs in die Funktionsweise unseres Körpers zeigt bereits, wie akribisch alles aufeinander abgestimmt ist und wie schnell Störungen und Krankheiten auftreten können. Wir alle kennen die Bezeichnungen Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit), Gicht, Störungen/Irritationen beim Blutfettgehalt, Bluthochdruck.

Aber damit noch nicht genug. Produziert nämlich die Schilddrüse zu wenig oder zu viel Hormone, hat das Folgen für unser Körpergewicht und unseren Seelenzustand. Wer also gesund und leistungsfähig bleiben will, muss alles tun, um seinen Stoffwechsel im Gleichgewicht zu halten.

Der Zusammenhang zwischen Störung und Erkrankung des Stoffwechsels

Tatsächlich hat das eine das andere zur Folge, d. h. zunächst bevor man von einer reellen Stoffwechselkrankheit spricht, lassen sich diverse Störungen feststellen. Eine Störung kann beispielsweise ein fehlendes Enzym sein. Wenn es Aufgabe dieses Enzyms ist, Stoffe zu verarbeiten oder abzubauen, dies aber eben nicht tun kann, dann führen diese Symptome zu einer Stoffwechselerkrankung.

Gründe für Erkrankungen des Stoffwechsels

Das ist genau das Thema, das es den Ärzten so erschwert, eine gezielte Diagnose zu stellen. Hier wird der Mediziner zum Detektiv in Sachen Metabolismus, denn die Ursachen können sehr unterschiedlich sein und auch ganz verschiedene Organe betreffen. Da wird die Suche nach der richtigen Diagnose auch gern mal zur Schnitzeljagd, in der ein Hinweis auf den nächsten Hinweis hinweist. Unser Körper ist nun mal kompliziert.

Herz, Schilddrüse, Leber, Gehirn können betroffen sein. Aber auch unangenehme Hautveränderungen, Schmerzen in den Gelenken und höchst unangenehme Kälteempfindlichkeiten können eine Stoffwechselstörung zur Grundlage haben.

Andere Organe reagieren auch beispielsweise mit Über- oder Unterfunktionen und scheinbar relativ harmlose Symptomen, wie Haarausfall, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Gewichtsveränderungen können ebenfalls Folge von Stoffwechselstörungen/-erkrankungen sein. Es gibt kein einheitliches Schema, bei jedem Patienten kann sich eine solche Dysfunktion anders ausdrücken. Eine erste Anlaufstelle ist die Blutanalyse, die bereits sichere Werte liefert.

Stoffwechselkrankheiten – Erscheinungsformen und Gründe

Leider werden nur allzu häufig bei manchen Stoffwechselerkrankungen lediglich die Symptome unterdrückt, was manchmal auch kontraproduktiv sein kann. Schwerwiegendere Folgen einer solchen Erkrankung sind oft aber von einer entsprechenden Früherkennung und der damit verbundenen Behandlung abhängig. Andere Stoffwechselkrankheiten wiederum können vollständig geheilt werden.

Eine gänzliche Heilung ist aber nicht in jedem Fall möglich, dann ist der Betroffene gezwungen, sein Leiden zu akzeptieren und mit ihm zu leben. Jedoch gibt es heutzutage eine Vielzahl von Medikamenten, die dem Patienten helfen, eine gewisse Lebensqualität aufrechtzuerhalten, sodass die Krankheit nicht den Alltag bestimmt. Stoffwechselkrankheiten sind in jedem Fall Diabetes, Gicht und Störungen der Schilddrüsenfunktionen. Die nachfolgende Tabelle erklärt einige der Stoffwechselerkrankungen und deren Ursache.

Stoffwechselerkrankung Kurzdefinition/Symptome Ursache
Adrenogenitales Syndrom Störung der Hormonsynthese in der Nebennierenrinde, Bildung von Cortisol und Aldosteron gestört, als Folge kommt es bei Mädchen zur Vermännlichung, bei Jungen zur vorzeitigen Geschlechtsentwicklung Störung der Hormonsynthese in der Nebennierenrinde
Alkaptonurie Seltene vererbte krankhafte Veränderung des Tyrosinstoffwechsels, folglich Kristallablagerungen in den Gelenken mit gichtähnlichen Gelenkentzündungen und Schwarzfärbung des Knorpels, auch dunkle Flecken in der Lederhaut des Auges, diffuse Verfärbung der Knorpelhelix des Ohres, auch Nierensteine sind möglich und eine Verkalkung der Aortenklappe Enzymmangel
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Gruppe von Stoffwechselkrankheiten, Hauptsymptom ist die Ausscheidung von Zucker im Urin, ursächlich ist die Überzuckerung (Hyperglykämie) des Blutes, Mangel am Hormon Insulin, das für die Regulierung des Zuckerstoffwechsels zuständig ist Falsche Ernährung
Gicht Erkrankung des Purin-Stoffwechsels, verläuft in Schüben, äußert sich durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen (Urat) in verschiedenen peripheren Gelenken und Geweben, kann zur Knochenresorption und Knorpelveränderungen führen, auch langfristige Schädigung der Nieren bzw. Niereninsuffizienz möglich, die zwar schmerzlos aber gefährlich ist Nierenfunktionsstörung
Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) Kann angeboren sein (bei 0,2 o/oo aller Neugeborenen), Säuglinge fallen durch zunehmende Trinkschwäche, Bewegungsarmut, Obstipation und eine große, sichtbare Zunge auf, Gelbsucht bei Neugeborenen kann sich verlängern, Babys wirken übermäßig brav, schreien kaum und schlafen überdurchschnittlich viel, verlangsamte Herzfrequenz, teigige Haut usw., Störungen der geistigen und körperlichen Entwicklung und verringertes Längenwachstum sind die Folge; erworbene Hypothyreose kann schon im Kindesalter auftreten; Unterscheidung verschiedener Formen, unterschiedliche Schweregrade möglich, Leistungsminderung, Konzentrationsschwäche, allgemeine Schwäche und Antriebslosigkeit sind die Folge, Müdigkeit, Verstopfung und leichtes Frieren, Depressionen, Appetitlosigkeit, Gedächtnisminderung Verschiedene, auch Mangelernährung
Mukiviszidose (zystische Fibrose) Ursache ist eine durch Mutation bedingte Fehlfunktion von Chloridkanälen bestimmter Körperzellen, die Folge ist  die Veränderung der Zusammensetzung aller Sekrete exokriner Drüsen, betroffene Zellen können Wasser nicht in umliegendes Gewebe ziehen, Wassergehalt des Bronchialsekrets und Sekrete der Bauchspeicheldrüse, der Galle, der inneren Geschlechtsorgane und der akzessorischen Geschlechtsdrüsen und des Dünndarms ist zu niedrig, wodurch die Sekrete zähflüssig werden und in betroffenen Organen Funktionsstörungen unterschiedlichster Art auslösen können. Mehr als 1900 verschiedene Mutationen sind bekannt. Vererbte Zellfehlfunktion

Eine Vielzahl von Stoffwechselerkrankungen kann heute behandelt werden. Jedoch wird darauf hingewiesen, dass nach einer möglichen Behandlung der Patient ein wenig Geduld aufbringen sollte, da die notwendigen Medikamente Zeit für ihre Wirksamkeit benötigen. Wer also eine Stunde nach der Einnahme keine Verbesserung feststellt, muss nicht beunruhigt sein, es können schon ein paar Tage oder Wochen ins Land gehen.

Mögliche Stoffwechselerkrankungen in alphabetischer Reihenfolge

Die nachfolgende Liste zeigt eine Auswahl der möglichen Stoffwechselkrankheiten. Behilflich bei dieser Aufstellung war Wikipedia. Wer sich hier wiederfindet, kann gerne weiterrecherchieren und seinem Arzt möglicherweise wertvolle Hinweise liefern.

  • Adrenogenitales Syndrom
  • Alkaptonurie
  • Alpha-1-Antitrypsinmangel
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Dorfman-Chanarin-Syndrom
  • Erythropoetische Protoporphyrie (Erkrankung aus der Gruppe der Porphyrien)
  • Galaktosämie
  • Glutarazidurie
  • Harnstoffzyklusdefekt
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Hereditäres Zinkmangelsyndrom
  • Hypertriglyceridämie
  • Hypophosphatasie (Rathbuin-Syndrom)
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
  • Ketoazidose
  • Ketose (Acetonämie, Acetonurie)
  • LCAT-Mangel
  • Lesch-Nyhan-Syndrom (Hyperurikämie-Syndrom oder Hyperurikose)
  • Lipidose
  • Maroteaux-Lamy-Syndrom
  • Methylmalonazidurie (MMA)
  • Morbus Addison (Hypadrenokortizismus)
  • Morbus Conn (Hyperaldosteronismus)
  • Morbus Cushing
  • Morbus Fabry
  • Morbus Gaucher
  • Morquio Syndrom
  • Morbus Hunter (Mukopolysaccharidose Typ II)
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose)
  • Myoadenylatdeaminase-Mangel (MADD)
  • Phenylketonurie
  • Porphyrien
  • Thesaurismose (Speicherkrankheit)
  • Urikopathie (Gicht)

Kann man Stoffwechselstörungen vorbeugen und Stoffwechselkrankheiten vermeiden?

Wie immer im Leben gibt es keine Garantien. Stoffwechselkrankheiten, deren Ursache Stoffwechselstörungen sind, können leider nicht immer vermieden werden. Jedoch kann eine entsprechende Lebenseinstellung und Lebensführung unterstützend, aber auch vermeidend wirken bzw. dabei helfen, Störungen im Griff zu behalten. Vor allem bei Krankheiten, deren Ursache nachweislich in der falschen Lebensführung liegt.

Aber selbst bei genetisch vorbelasteten Menschen kann die Stoffwechselstörung durch entsprechenden Umgang mit der eigenen Gesundheit für ein verzögertes Eintreten sorgen und die Lebensqualität verbessern. Ein durch falsche Lebensweise geschwächter Körper leidet unter einer Stoffwechselstörung/-erkrankung viel mehr, als ein gesunder Körper.

Jedes Kind weiß inzwischen, was zu einer gesunden Lebensweise gehört:

  • Regelmäßige, angemessene Bewegung an der frischen Luft
  • Gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Gutes, angepasstes Körpergewicht
  • Stressmanagement
  • Ausreichender Schlaf
  • Ruhe
  • Verzicht auf Tabak, Alkohol und unnütze Medikamente
  • Lebensfreude
  • Positive Lebenseinstellung

Menschen, die erblich vorbelastet sind, sollten ebenfalls auf ihre Lebensweise achten, aber auch regelmäßige Kontrollbesuche beim Arzt berücksichtigen. Dies kann sich nur positiv auswirken.

Es ist zudem immens wichtig, psychisch und mental einen adäquaten Umgang mit der Störung/Krankheit zu finden, „ja“ dazu zu sagen und sich auf ein Leben mit der Krankheit einrichten, sozusagen als Teil bzw. Gegebenheit seines Lebens, denn den Kopf hängenzulassen hat noch nie jemanden weitergebracht.

Ein Wort zur Genetik

Angeborene Stoffwechselstörungen haben ihren Ursprung in der Vererbung. Geschwister der betroffenen Kinder laufen Gefahr, ebenfalls zu erkranken. Tatsächlich gibt es auch Familien mit mehreren kranken Kindern. Die Mehrzahl der angeborenen Stoffwechselerkrankungen, die übrigens bei 80 – 90 % liegt, wird autosomal rezessiv vererbt, was bedeutet, dass die Erkrankung nur dann in Erscheinung tritt, wenn sich auf jeweils beiden Chromosomen eine krankmachende bzw. pathogene Veränderung in einem Gen findet.

Dies ist z. B. bei der Vererbung der Nephronophthise der Fall, und zwar ein NPHP-Gen betreffend. Das Wiederholungsrisiko liegt bei 25 %, beide Eltern sind obligate Mutationsträger.

Weniger als 2 % der Störungen werden X-Chromosomal vererbt, dazu zählen M. Fabry, Mukopolysaccharidose Typ II, Kreatin Transporter Defekt und andere. Etwas 10 – 15 % werden mitochondrial vererbt.

Es sei hier auch gar nicht in die Tiefe gegangen, da das Thema viel zu komplex ist und nicht in ein paar Sätzen abgehandelt werden kann. Betroffene sollten sich mit dem Thema auseinandersetzen und vielleicht auch Kontakt zu anderen Betroffenen aufnehmen, denn man kann viel voneinander lernen.

Die Medizin entwickelt sich ständig weiter und der eine oder andere hat vielleicht von neuen Behandlungsmöglichkeiten oder Medikamenten gehört. Zudem tut ein Austausch der Seele gut, denn Eltern fühlen sich schnell alleingelassen, da Nichtbetroffene vielleicht auch gar nicht damit umgehen können und sich aus Angst und Unsicherheit lieber zurückhalten. Betroffene zeichnen sich aber oft durch ihren großen Lebensmut und ihr positives Denken aus.

Zivilisationskrankheiten Nr. 1 – Diabetes mellitus, Schilddrüsenfehlfunktionen

Sogenannte Volks- und Zivilisationskrankheiten gibt es viele, es sind nicht nur die beiden in der Überschrift genannten. Allerdings sind diese beiden mit die häufigsten, weshalb sie an dieser Stelle gesonderte Erwähnung finden. Gemeinsam haben sie das verstärkte Auftreten in der heutigen Zeit in Folge von Fehlernährung, Bewegungsmangel und übermäßigem Alkohol- und Tabakgenuss, fehlender Ruhe, Schlafmangel, verstärktem Stress usw.

Oft fehlt die ausgeglichene und gesunde Lebensweise. Viele haben sie auch nie kennengelernt. Daher sollte es schon die Aufgabe aller Eltern sein, ihren Kindern ein Bewusstsein dafür mitzugeben. Geist und Körper funktionieren immer im Zusammenspiel und ein psychisch stabiler Mensch mit einem guten Selbstwertgefühl geht mit seiner Gesundheit sicherlich verantwortungsvoller um.

4.2 Diabetes mellitus

Die Zuckerkrankheit, wie Diabetes mellitus auch genannt wird, kann sich entwickeln, wenn die Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produziert, in ihrer Funktion gestört ist. Insulin dient der Regulierung des Blutzuckergehaltes.

Zucker ist ein wichtiger Energieträger, den wir alle brauchen. Durch den Blutstrom gelangt er an die Stellen, an der er gerade benötigt wird. So werden wichtige Körperzellen am Leben erhalten und der Energiehaushalt bleibt im Gleichgewicht. Dafür tragen vor allem die beiden Hormone Glucagon und Insulin Sorge, sodass die Zuckerkonzentration im Blut nicht zu hoch und nicht zu niedrig ist. Insulin bewirkt das Absinken des Blutzuckerspiegels, Glucon das Steigen. So sieht es in einem gesunden Zuckerhaushalt aus.

In einem kranken Zuckerhaushalt ist das Verhältnis zwischen diesen beiden Hormonen gestört und Diabetes mellitus ist die Folge. In der Medizin unterscheidet man zwischen Typ-I-Diabetes, dem sogenannten „Jugend-Zucker“ und Typ-II-Diabetes. Typ-I-Diabetes ist in der Regel genetisch bedingt, die Betroffenen sind oft schon Kinder und etwa 5 % aller Diabetiker sind davon betroffen.

Der erschreckende Teil von 95 % sind Typ-II-Diabetiker. Die Krankheit bildet sich oft mit den 40-er-Jahren aus. Die der Krankheit zugrundeliegende Insulinresistenz kann angeboren oder erworben sein. Nun kommt das gefürchtete Wort: Über-/Fehlernährung. Zusätzlich wird die Erkrankung durch regelmäßigen Alkoholkonsum, Adipositas und Bewegungsmangel noch gefördert.

Die Symptome sind zunächst oft unscheinbar und werden als eher lästig wahrgenommen. Zu ihnen zählen starker Durst, infolgedessen häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, häufige Pilzinfektionen, Juckreiz, Heißhungerattacken. Andere Symptome wie Sehstörungen, Kribbeln in den Fingern und den Zehen und Impotenz können aber ebenfalls zu Beginn der Erkrankung auftreten, aber auch zu den Spätfolgen zählen.

Die meiste Angst allerdings verursachen Durchblutungsstörungen in den filigranen Blutgefäßen, denn im schlimmsten Fall können Gliedmaßen absterben, Amputation droht. Aber auch Erblindung, Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenversagen können die fatalen Folgen sein.

Diese alarmierenden potenziellen Gefahren müssten eigentlich jeden Menschen aufrütteln, denn es kann jeden treffen. Daher sollte auch jeder die Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen und sich sehr genau überlegen, ob er die Tafel Schokolade komplett aufisst oder sich für den Genuss vielleicht nur ein kleines Stückchen gönnt.

Die bessere Alternative ist in jedem Fall eine ausgewogene Ernährung, die auch zum Genuss werden kann, wenn man es nur will und zulässt. In den vergangenen Jahren wurde uns oft suggeriert, dass Süßigkeiten und Kuchen der pure Genuss sind, aber wer spricht schon von Genuss bei einer saftigen Salatgurke? Genau hier ist ein Umdenken gefragt und jeder ist in die Verantwortung genommen. Alle Eltern und Erziehungsberechtigten tragen sie sogar doppelt, denn sie sind Vorbild für ihre Schützlinge.

Fehlfunktionen der Schilddrüse

Bereits in obiger Tabelle wurde das Thema Schilddrüsenunterfunktion kurz angeschnitten. Da Fehlfunktionen der Schilddrüse aber weitverbreitet sind, kann davon ausgegangen werden, dass mehr Information sicher nicht schaden kann. Denn viele Menschen wissen zwar, dass sie eine Über- oder Unterfunktion haben, die auch behandelt werden, aber was dies wirklich zu bedeuten hat, ist ihnen nicht bewusst. Eine Überfunktion wird auch als Hyperthyreose, eine Unterfunktion als Hypothyreose bezeichnet.

Die Schilddrüse (Thyroidea) sitzt am vorderen Hals. Sie steuert u. a. die Körpertemperatur und Schlagkraft des Herzens. Eine Überfunktion (Hyperthyreose) bedeutet eine Überproduktion von Hormonen. Die Folge sind allgemeine Unruhe, Zittern, Nervosität, Herzrasen, Hitzeanfälle und undefinierbare Angstanfälle.

Betroffene fühlen sich trotz ihrer Unruhe abgeschlagen und müde. Auch Muskelschwäche kann auftreten. Bei Frauen kommen noch Störungen des monatlichen Zyklus hinzu. Personen, die unter einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, können oftmals sehr viel essen, ihr Körper kann dies aber nicht verwerten und sie nehmen trotzdem ab. Kropfbildung kann ebenfalls die Folge einer Überfunktion sein.

Auslöser ist unter Umständen eine andere Erkrankung, wie z. B. Morbus Basedow, Schilddrüsenautonomie (bei der sich einige Teile des Schilddrüsengewebes verselbstständigen), Entzündung der Schilddrüse oder auch Krebs. Eine Fehlbehandlung mit Schilddrüsenhormonen bzw. eine Überdosierung kann ebenfalls eine Überfunktion hervorrufen.

Die andere Seite der Medaille ist die Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt. Wer an dieser Erkrankung leidet, hat einen Mangel an Schilddrüsenhormonen. In Frage kommen viele Ursachen. Diese können genetischer Art, die Folge von Jodmangel, eine Schilddrüsenentzündung oder eine Radiojodtherapie sein. Die Unterfunktion ist viel seltener anzutreffen, als die Überfunktion.

Bemerkbar macht sie sich schleichend. In der Regel beginnt die Erkrankung mit Antriebsarmut, Müdigkeit. Menschen, die betroffen sind, haben das Gefühl, dass ihr Leben in Zeitlupe abläuft. Die Haut ist oft kühl, trocken, blass, wirkt teigig. Die Haare sehen oft recht zerrupft und struppig aus, sie wirken trocken. Auch Appetitmangel und Gewichtszunahme sind eine mögliche Folge.

Wer einige Symptome schon an sich wahrgenommen hat und sie vielleicht nicht zuordnen konnte, sollte in jedem Fall seinen Hausarzt aufsuchen und eine erste Blutuntersuchung vornehmen lassen. Bestätigt sich der Verdacht, kann der Arzt den Patienten an einen Facharzt, einen Endokrinologen, überweisen.

Was am Schluss noch zu sagen bleibt

Wir nehmen es als normal hin, dass alles reibungslos funktioniert. So ist es von Natur aus auch angedacht. Durch Fehlverhalten, sei es verschuldet oder unverschuldet, bewusst oder unbewusst, machen wir es der Natur verdammt schwer. Der Körper hat ein großes Potenzial an Selbstheilungskräften, die allerdings nur in Aktion treten können, wenn er stark ist.

Zuviel und falsches Essen, Alkohol, Tabak, Schlafmangel, zu viel Stress, Mangel an Erholung und viele andere Faktoren können ihn schwächen. Der Mensch ist aber nicht hilflos. Genauso, wie er seinem Körper schaden kann, hat er auch die Möglichkeit ihn zu stärken. Die notwendigen Maßnahmen wurden bereits weiter oben im Text erwähnt. Auch kann es nicht schaden, sich grundsätzlich mit dem Thema Stoffwechsel und Lebensweise zu beschäftigen. Lassen wir uns die Verantwortung für unser Leben nicht aus der Hand nehmen.

Über Michael (Doc) Young

Michael "Doc" Young - Seit 8 Jahren Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Wenn er nicht mit seinem Wohnmobil unterwegs ist zählen Fotografieren und Fitnesstraining zu seinen Hobby's.

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