Abnehmen durch einen gesunden Darm

Abnehmen durch einen gesunden Darm
Abnehmen durch einen gesunden Darm
Der Darm und was man damit typischerweise verbindet sind für viele Menschen lieber ein Thema, mit dem sie sich nicht näher beschäftigen wollen. Dabei hat unser Verdauungssystem eine bedeutende Rolle in unserem Körper. Sein Zustand und wie die dortigen Nährstoffe und Hormone verteilt werden, haben eine große Auswirkung auf unsere Stimmung, Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Medizinische Studien haben Zusammenhänge zwischen der Ernährung, des Gewichts und der Darmflora gefunden. Diese ist entscheidend dafür, wie effektiv wir abnehmen. Wie beeinflusst unsere Darmflora unsere Gewichtszunahme oder -abnahme und wie können wir davon profitieren?

Was hat das Körpergewicht mit dem Darm zu tun?

Im Darm wird das ausgeschieden, was wir von unserem Essen nicht verwerten können. Oder so die Meinung vieler darüber wofür der Darm verantwortlich ist. Tatsächlich steckt aber viel mehr dahinter:

Der Darm besitzt das sogenannte Darmhirn, eine Verknüpfung zwischen Hirn und Darm, durch die die Nahrung analysiert und entschieden wird, wohin die Nährstoffe geleitet werden. Hier werden außerdem viele Hormone hergestellt, die auf dem gleichen Weg verteilt werden. Ein großer Teil unseres Immunsystems wird über den Darm reguliert. So können Stimmung, Hautreinheit und Energie sowie unsere Gesundheit durch den Darm beeinflusst werden.

Damit dieses System gut funktioniert, muss die Darmflora stimmen. Sie wird auch als Mikrobiom bezeichnet und ist ein Überbegriff für alle Mikroorganismen, die in unserem Darm leben. Besonders wichtig sind die Darmbakterien. So sehr wir auch negative Dinge mit dem Begriff Bakterien verbinden, sitzen in unserem Darm auch gutartige Bakterienstämme, die unsere Verdauung unterstützen.

Bakterien können Heißhunger verursachen

Forscher der Washington University in St. Louis haben herausgefunden, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien entscheidend dafür ist, wie schnell man zu- oder abnimmt, indem sie das Mikrobiom von Zwillingen mit unterschiedlichem Gewicht verglichen haben. Die Darmkulturen, die sie von den Zwillingen entnommen haben, wurden auf Mäuse übertragen. Die, die das Mikrobiom der übergewichtigen Person erhalten haben, haben danach stärker zugenommen als die anderen.

Erste Erkenntnisse in einer noch jungen Forschung:

  • Übergewichtige Menschen scheinen mehr Bakterien des Stammes Firmicutes zu haben. Firmicutes-Kulturen sind dafür da, Kalorien aus Nahrung zu lösen. Mehr Firmicutes-Bakterien bedeutet, dass eine Person tendenziell mehr Energie hat, dafür aber auch schneller Fett ansetzt. Diese Kulturen verlangen schneller nach mehr Nachschub und senden das Signal als Heißhunger an unser Hirn.
  • Schlankere Menschen scheinen mehr Bakterien des Stammes Bacteroidetes zu haben. Sie verwerten die Nahrung weniger gründlich. Viele der Kalorien in der Nahrung werden deshalb unverwertet wieder ausgeschieden.

Was tun für eine gesunde Darmflora?

Eine zweite Erkenntnis der Studie: Eine Darmflora, die aus mehr unterschiedlichen Kulturen besteht, hilft dabei effektiver abzunehmen. Wir haben das Glück, dass wir durch unser Verhalten, unsere Nahrung und zusätzliche Nährstoffe unsere Darmflora beeinflussen können.

Darmreinigung

Wer Probleme mit dem Abnehmen hat, hat womöglich viele ungünstige Bakterien in der Darmflora. Um das zu ändern, kann man eine Darmreinigung durchführen. So entfernt man alles, was unnütz ist, aus dem Darm. Danach kann man mit gezielter Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln ein neues optimiertes Mikrobiom aufbauen.

Für die Darmreinigung gibt es viele Methoden. Wichtig ist es, viel zu trinken und natürliche Produkte zu nutzen. Gemüsesäfte helfen dabei, den Darm zeitgleich mit Nährstoffen zu versorgen. Tonmineralien- oder Vulkangesteinpulver wie Bentonit und Zeolith helfen dabei, Giftstoffe aufzunehmen und abzutransportieren. Wer unsicher ist, wie man am besten vorgeht, kann sich mit seinem Arzt beraten.

Viel Wasser trinken

Wasser hilft dem Darm dabei, unerwünschte Stoffe zu lösen und abzutransportieren. Auch die Nährstoffe finden so durch den Blutkreislauf schneller zu der gewünschten Stelle. 1,5 bis 2,5 Liter am Tag sind ein gutes Ziel.

Gute Ernährung für die Darmbakterien

Die gute Ernährung für ein gesundes Mikrobiom muss nicht unbedingt magenverträgliche Schonkost sein. Wichtig ist vor allem, dass die Ernährung nicht zu einseitig ist. Durch eine vielfältige Ernährung entwickelt sich auch eine Darmflora mit vielen verschiedenen Mikroorganismen.

Tatsächlich hilft es aber auf Zucker und sonstige Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten zu verzichten. Schädliche Pilze im Darm ernähren sich bevorzugt von Zucker und können sich zu schnell vermehren, wenn sie genug Nahrung bekommen. Alkohol und Zigaretten belasten den Darm zusätzlich.

Grundsätzlich sind Obst, Gemüse und Sprossen der wichtigste Bestandteil der darmpflegenden Nahrung. Fleisch und industriell verarbeitete Produkte sollten höchstens 20 % der Ernährung ausmachen.

  • Apfelessig hat eine antibakterielle Wirkung, kurbelt die Magen- und Darmaktivität an und enthält wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.
  • Joghurt enthält probiotische Kulturen, also Mikroorganismen, die die guten Bakterien im Darm ergänzen.
  • Chiasamen gelangen bis in den Dickdarm, wo sie um ein Vielfaches aufquellen. Das steigert die Darmaktivität und reinigt den Darmtrakt. Zusätzlich helfen sie dabei, zu sättigen und den Blutzuckerspiegel zu halten.
  • Kräutertees enthalten Bitterstoffe. Die Bitterstoffe regen die Speichel-, Magen- und Gallensaftproduktion an. Die Verdauung wird dadurch unterstützt. Ihre Gerbstoffe reinigen die Darmschleimhaut und ätherische Öle können Schmerzen lindern und Krämpfe lösen.

Probiotika

Probiotische Lebensmittel sind mit den gutartigen Darmbakterien angereichert. Man kann die Anzahl der Mikroorganismen in der Darmflora also erhöhen, wenn man Probiotika zu sich nimmt. Dazu gehören spezifische Probiotika-Präparate wie Darmkur-Pulver oder Lebensmittel, wie:

  • Joghurt
  • Buttermilch
  • Kefir
  • Sauerkraut
  • Kimchi
  • Saure Gurken

Präbiotika

Präbiotika sind Ballaststoffe, also unverdauliche Bestandteile von Nahrungsmitteln, die den guten Darmbakterien als Nahrung dienen. Durch viele Präbiotika vermehren sich die Bakterien schneller. Wichtige Arten sind:

  • Inulin
  • Oligofructose
  • Resistente Stärke

Die Präbiotika können mit Darmflora-optimierenden Nahrungszusatzmitteln aufgenommen werden. Sie kommen aber auch in Lebensmitteln wie Zwiebeln, Knoblauch oder Spargel vor.

Fazit

Die Zusammenstellung und Gesundheit unserer Darmflora ist entscheidend dafür, wie gut wir abnehmen. Zusätzlich sorgt sie dafür, dass verschiedenste Prozesse in unserem Körper effektiv und korrekt ablaufen. Enthält unser Mikrobiom die falschen oder zu einseitige Darmbakterien, können wir dadurch schneller zunehmen und Beschwerden wie einen Reizdarm entwickeln.

Durch eine Darmreinigung, abwechslungsreiche Ernährung und darmfördernde Nahrungsergänzungsmittel können wir eine gesunde Darmflora aufbauen und so auch effektiver abnehmen.

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