Schnell Abnehmen – 6 Ansichten die das Gegenteil bewirken

An Weihnachten wird noch geschlemmt, doch der Vorsatz zum Jahresende steht bereits: Abnehmen ist angesagt. Die Jeans kneift, Hemden/Blusen klaffen an den Knöpfen auseinander und das Lieblingskleid scheint bei der Wäsche geschrumpft zu sein. Sind Kalorien nicht die kleinen Tierchen, die des nachts die Kleidung enger nähen?


Irrtum oder Fakt?

Eine Forsa-Umfrage bringt es an den Tag: Rund ein Drittel aller Deutschen möchte Gewicht reduzieren. Stellt sich nur die Frage, wie dieses Ziel effektiv erreicht werden kann. Fakt ist nämlich, dass die meisten bei der Durchführung scheitern. Es mangelt an Disziplin, Durchhaltevermögen und Wissen.

Zahlreiche Irrtümer und Mythen machen den Abnehmwilligen das Leben zusätzlich schwer, da sie für allgemeine Verwirrung sorgen und eher Frustration hervorrufen, als Pfunde purzeln lassen. Es gibt viele irrige Ansichten hinsichtlich der Gewichtsreduktion. Wir greifen hier die gängigsten auf.

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Eins: Abnehmen mit Light-Produkten

Light-Produkte versprechen einen hervorragenden Geschmack bei nahezu null Prozent Fett oder Zucker. Was hier zunächst auffällt ist die Tatsache, dass es niemals um Fett und Zucker geht. Dafür gibt es einen guten Grund: Fett und Zucker sind Geschmacksträger.

Beraubt man nun ein fertiges Produkt beider Zutaten, was bleibt dann übrig? Null Geschmack! Niemand würde ein solches Produkt kaufen. Daher heben die Hersteller das eine oder das andere hervor. Zudem animieren Light-Produkte zu vermehrtem Konsum – schließlich spart man doch Kalorien, oder? Tipp: Stets auf der Packung die Nährstofftabelle lesen. Der Kaloriengehalt (in der Regel je 100 g) steht dort Schwarz auf Weiß.

Zwei: Einfach weniger essen und schon schmelzen die Kilos

Heißhungerattacken – jeder Diätwillige kennt sie. Wer also weniger isst und somit hungern muss, ist anfällig dafür. Die Folge: Fressattacken! Doch sind es nicht etwa gesunde Lebensmittel, die dann konsumiert werden, sondern Süßwaren, Fast Food und Weißmehlprodukte.

Sie alle zusammen treiben den Blutzuckerspiegel nach oben, um ihn kurz danach wieder ins Bodenlose fallen zu lassen. Eine Abwärtsspirale, der nur mit einer ausgewogenen und ausreichenden Ernährung begegnet werden kann.

Die Sättigung ist nicht von der Kalorienmenge abhängig, sondern viel mehr von der Menge und Zusammensetzung der Nahrung. Schließlich soll sich der Hunger nicht kurze Zeit später erneut einstellen.

Die Wissenschaft macht deutlich, dass die Ausdehnung des Magens – also die Essensmenge – für die Sättigung verantwortlich ist. Ein Beispiel macht deutlich: Die identische Menge an Nudeln oder Kartoffeln hat dieselbe Sättigung zur Folge, jedoch liefern Nudeln etwa 200 kcal mehr.

Drei: Nur die Diät bewirkt die Gewichtsreduktion

Genau das Gegenteil ist der Fall, denn Diäten wirken sich eher kontraproduktiv aus, da sie meist einseitig sind und einen Nährstoffmangel hervorrufen können. Zudem stellen sie eine Ausnahmesituation dar, die mit Wiederaufnahme der üblichen Ernährung beendet ist. Somit wird auch das Diät-Ergebnis wieder zunichtegemacht. Diäten erfordern zudem Verzicht, doch Defizite wollen aufgeholt werden.

Um eine nachhaltig abnehmen zu können, sind einzig die Umstellung auf eine ausgewogene, kalorienangepasste Ernährung sowie sportliche Betätigung die Mittel der Wahl. Kalorienangepasst bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nur so viel Kalorien zugeführt werden, wie der Organismus braucht (kein Überangebot). Kleine „Sünden“ können dann verkraftet werden und verursachen kein Gewichtsproblem mehr.

Vier: Abnehmen mit reichlich Obst

In der Werbung steht Obst für Leichtigkeit und gute Ernährung. Es ist gesund – das steht außer Frage. Schon als Kind werden wir dazu erzogen, möglichst viel Obst zu essen, denn es enthält viele wichtige Nährstoffe. Doch es als vornehmliches Diätmittel anzusehen, wäre ein großer Fehler. Obst enthält Fruchtzucker, der zwar gesünder ist, als der übliche weiße Haushaltszucker, aber dennoch bleibt er Zucker mit 4 kcal/g. Zucker ist bekannt dafür, den Insulinspiegel anzuheizen.

Entsprechend hoch verhindert dieser jedoch den Fettabbau. Die bessere Alternative ist daher Gemüse, das wesentlich weniger Fruchtzucker enthält. Nicht der Fruchtzucker an sich ist das Problem, sondern die im Obst enthaltene Menge. Langfristig hilft zum effektiven Abnehmen nur eine ausgewogene Ernährung mit hohem Gemüseanteil.

Fünf: Abnehmen durch Schwitzen beim Sport oder in der Sauna

Dieser Irrtum hält sich hartnäckig und bringt Abnehmwillige dazu, sich beim Sport zu verausgaben. Die Folge: Das Gegenteil tritt ein, da die Gegebenheiten des Stoffwechsels nicht berücksichtigt werden. Entscheidend beim Cardiotraining, das vornehmlich der Gewichtsreduktion dient, ist die optimale Pulsfrequenz, die die Pumpbewegung des Herzens widerspiegelt (deshalb heißt es ja „Cardio“).

Wer sich beim Training noch unterhalten kann, ohne außer Atem zu sein, macht alles richtig, denn dann kann die Fettverbrennung optimal verlaufen.

Ein weiterer Irrglaube ist es, dass man in der Sauna das Fett einfach wegschwitzen kann. Wenn es so einfach wäre, warum gibt es dann nicht lauter schlanke Menschen, die regelmäßig die Sauna besuchen, statt sich mit Sport und gesunder Ernährung abzumühen?


Sechs: Übergewicht durch abendliche Mahlzeiten

Die nächtliche Verdauung funktioniert anders, das ist richtig. Das heißt aber nicht, dass abends nach 18 Uhr keine Nahrung mehr zugeführt werden darf. Der tägliche Kalorienbedarf muss gedeckt sein und die körperliche Aktivität tut das ihre dazu (Energiebilanz).

Ein wichtiger Faktor ist die Zusammensetzung der Abendmahlzeit. Der Organismus tut sich schwer, des nachts Ballaststoffe, Zuckerhaltiges (auch Weißmehlprodukte) und Fett zu verdauen. Vornehmlich sollte daher bei der Abendmahlzeit auf eiweißreiche Nahrungsmittel zurückgegriffen werden. Salate zum Beispiel gelten gemeinhin als leichte Mahlzeiten. Doch die nächtliche Verdauung lässt es gären und brodeln im Gedärm. Daher Salate lieber zum Mittagessen genießen.

Schnell Abnehmen – 6 Ansichten die das Gegenteil bewirken
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Kim Weiss

Ein gesunder Lifestyle ist meine Passion. Ernährung und Diät sind die beiden Hauptthemen, in meinem Job als Ernährungsberaterin, welche mir täglich begegnen.

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