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Gesundheitsrisiko mit Crash-Diäten

Wer sein Übergewicht reduzieren möchte, will oftmals sehr schnell sichtbare Erfolge erreichen. Häufig gibt es dafür auch einen konkreten Anlass, wie den Strandurlaub. So ist es wenig erstaunlich, radikale Schlankheitskuren immer wieder auf großes Interesse treffen.

Allerdings sind solche Diäten häufig ungesund und mit zahlreichen Risiken verbunden. Denn um auf lange Sicht wirklich Übergewicht abzubauen, braucht der Körper und der Stoffwechsel Zeit.

Crash-Gefahr für Körper und Stoffwechsel

Besonders riskant sind sogenannte „Crash-Diäten“, die immer wieder als Radikalkuren gegen Übergewicht angepriesen werden. Dass es dabei durchaus zum „Crash“ kommen kann, ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht anzuzweifeln, allerdings nicht – wie von den Anbietern suggeriert -
bei den überflüssigen Pfunden, sondern im Hinblick auf die Gesundheit und die normalen Funktionen des Körpers.

Denn sogenannte „Crash-Diäten“ zielen faktisch darauf ab, die angestrebte Gewichtsreduktion durch eine Mangelernährung zu erreichen. Das drastischste Beispiel dafür ist die als Null-Diät bezeichnete Ernährungsform, bei der dem Körper über Tage hinweg keine Nahrung, sondern lediglich Wasser zugeführt wird.

Zwar gelingt es dem Körper nach einigen Tagen, das Hungergefühl zu unterdrücken und auf Fettreserven zuzugreifen, doch wird der eigentliche Gewichtsverlust dabei nicht durch den Fettabbau, sondern in erster Linie durch Entwässerung sowie durch den Abbau von Muskelmasse verursacht.

Gesundheitsrisiko mit Crash-Diäten
Eine Crash-Diät führt zu ernsthaften Gesundheitsschäden. (HealthExpress)

Eine solche „Diät“ wird heute von Medizinern nicht mehr zur Gewichtsreduktion empfohlen. Vielmehr warnen sie vor den schweren gesundheitlichen Schäden, die dadurch hervorgerufen werden können.

Vielfältige Folgeschäden möglich

Auch weniger radikale Formen von Crash Diäten, bei denen zwar nicht ganz auf die Nahrungsaufnahme verzichtet, dem Körper aber dennoch nur ein sehr eingeschränktes Nährstoffangebot zugeführt
wird, sind für die Gesundheit höchst riskant. Sie führen zu schwerwiegenden Mangelerscheinungen und
zu Schädigungen innerer Organe.

Kommt es beispielsweise zum Muskelabbau, betrifft dies nicht nur die Arm- oder Beinmuskeln, sondern auch den Herzmuskel. Weitere mögliche Folgen solcher „Gewaltkuren“ sind eine Abnahme der Lungenleistung, die die Betroffenen kurzatmig werden und schneller ermüden lässt, eine Schwächung des Immunsystems, Gallenkoliken, Gichtanfälle, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Abgespanntheit und Schwindelgefühle.

Abnehmerfolge nur kurzfristig

Neben den möglichen gesundheitlichen Schäden und Problemen ist bei einer Radikaldiät auch das Risiko des sogenannten Jo-Jo-Effekts besonders groß. Damit ist die Tatsache gemeint, dass der Körper auf eine zu schnell erfolgende Veränderung bei der Nahrungszufuhr automatisch in einer bestimmten Art und Weise reagiert.

Bei Diät oder akutem Nahrungsmangel wird der Stoffwechsel relativ schnell heruntergefahren, um Energie zu sparen. Normalisiert sich die Ernährungssituation wieder, wird der Stoffwechsel zwar wieder hochgefahren, – allerdings nur langsam. Deshalb wird die aufgenommene Nahrung nach einer Crash-Diät schlechter verarbeitet als vorher. Dies wiederum führt dazu, dass die betreffende Person nach der Diät schneller wieder zunimmt als sie vorher abgenommen hat. Wer diesen Wirkungszusammenhang nicht erkennt und nicht aktiv gegensteuert, gerät schnell in eine fatale Spirale aus immer neuen Abnehm-Versuchen.

Gesund und langfristig Abnehmen

Um den Jo-Jo-Effekt und eventuelle Gesundheitsschäden zu vermeiden, muss dennoch niemand auf Abnehmerfolge verzichten. Allerdings sollten radikale Maßnahmen dabei ebenso vermieden werden wie allzu unrealistische Erwartungen. Denn wichtiger als jeder kurzfristige Effekt ist die langfristige Gewichtsreduktion. Dazu sollte eine ausgewogene, gesunde und nicht zu kalorienhaltige Ernährung gewählt werden, die jedoch alle notwendigen Nährstoffe, Mineralien und Vitamine in ausreichender Menge enthält.

Die nötigen Nährstoffe

Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, müssen pro Tag mindestens 1.500 Kilokalorien aufgenommen werden. Zudem sollte die tägliche Nahrung wenigstens 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht enthalten, um einem Muskelabbau vorzubeugen. Ein weiterer wichtiger Nahrungsbestandteil sind komplexe Kohlenhydrate, wie sie sich beispielsweise in Getreideprodukten, Nüssen, Frischem Gemüse und Obst finden. Hiervon benötigt allein schon das Gehirn täglich 120 Gramm; insgesamt sollten jeden Tag mindestens 160 Gramm aufgenommen werden.

Auch Fette sind lebensnotwendig und dürfen dem Körper keineswegs vorenthalten werden. Als Tagesminimum gilt eine Menge von 30 Gramm, wobei hochwertige pflanzliche Öle oder wertvolle Fette aus Fisch zu bevorzugen sind.

Generell sollte während einer Diät zur Gewichtsabnahme noch mehr als sonst auf eine vollwertige, mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung mit hohem Frischkostanteil geachtet werden.
Da bei der Gewichtsreduktion auch im Fettgewebe gespeicherte Giftstoffe freiwerden, sollten diese
durch reichliches Trinken von Wasser möglichst schnell aus dem Körper abgeleitet werden.

Bewegung als Ergänzung

Eine Umstellung der Ernährung und eine maßvoll reduzierte Kalorienzufuhr genügen allerdings in der
Regel nicht, um die gewünschten Effekte dauerhaft zu erzielen. Hierzu bedarf es der Ergänzung der
Diät durch ein begleitendes, ausreichend intensives Krafttraining. Dieses wirkt nicht nur dem
drohenden Muskelabbau entgegen, sondern trägt auch zu einer Erhöhung des Grundumsatzes an Kalorien im Körper bei. Unterstützend und verstärkend kann darüber hinaus auch ein effizientes Ausdauertraining im mittleren Intensitätsbereich wirken.

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Über Kim Weiss

Ein gesunder Lifestyle ist meine Passion. Ernährung und Diät sind die beiden Hauptthemen, in meinem Job als Ernährungsberaterin, welche mir täglich begegnen.

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