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Cardiotraining auf nüchternen Magen – die effektivere Fettverbrennung?

Immer lauter werden die Stimmen, die behaupten: Die Fettverbrennung auf nüchternen Magen ist wesentlich effektiver. Kann diese Behauptung bestätigt oder widerlegt werden? Ergeben sich daraus möglicherweise auch Nachteile? Im Hinblick auf das zunehmende Übergewicht hierzulande lohnt sich der Blick in wissenschaftliche Grundlagen, die für Aufklärung sorgen.

Warum sich die Behauptung so hartnäckig hält

Tatsächlich scheiden sich die Geister an der Behauptung, Cardiotraining auf nüchternen Magen sei besonders effektiv hinsichtlich der Fettverbrennung. Die einen sagen, dass des nachts alle verfügbaren Kohlenhydratspeicher geleert werden und der Organismus daher zur Energiegewinnung beim Cardiotraining auf die Fettspeicher zurückgreifen muss. Die anderen vertreten eher die Ansicht, dass dies absoluter Humbug ist. Handelt es sich nun um einen Mythos oder nicht?

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn die Fettverbrennung ist von der angelagerten Fettmenge (Körpergewicht) und vom Fitnesszustand abhängig. Zunächst greift die Muskulatur beim Training auf die Kreatinspeicher zurück, die jedoch schnell geleert sind. Danach sind die Kohlenhydrate an der Reihe, die im aeroben oder auch anaeroben Bereich verbrannt werden.

Erst ganz zum Schluss sind die Fettreserven an der Reihe. Diese Reihenfolge wird immer eingehalten – nüchtern oder nicht. Nun könnte man meinen, dass ohne vorheriges Frühstück die Fettspeicher viel eher herhalten müssen. Doch so einfach ist es nicht, denn Untrainierten geht hier schnell die Puste aus, d. h. die Kraft reicht nicht aus für das Training.

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Optimal: regelmäßiges Cardiotraining

Cardiotraining auf nüchternen Magen – die effektivere Fettverbrennung?
Fett weg: Instant knockout Erfahrung und Test
Cardiotraining sollte stets moderat und nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ durchgeführt werden. Wer regelmäßig trainiert, passt auf diese Weise seinen Organismus an. Faszinierenderweise passen sich auch die „Leitungen“ zu den Fettreserven an.

Es konnte beobachtet werden, dass ihr Durchmesser nimmt und die nötige Trainingsenergie überwiegend aus Fett gewonnen wird. Spitzenathleten in den Ausdauersportarten sind aufgrund dessen in der Lage, bis zu 80 % ihrer Energie aus den Fettreserven zu ziehen. Im Vergleich dazu sind es bei Untrainierten nur etwa 30 %. Ein kontinuierlich ausgeübtes Training kann den Anteil sukzessive steigern.

Gehen wir einmal auf die Tatsache ein, dass der Körper zunächst auf Kohlenhydrate zurückgreift, um die nötige Energie zu gewinnen. Sind diese Speicher nämlich vollends geleert, übernehmen nicht automatisch die Fettspeicher die Aufgabe der Energieversorgung, sondern die sportliche Leistung kann nicht optimal erbracht werden. Vor allem bei Untrainierten, die ja beabsichtigen, Fett mittels nüchternem Cardiotraining abzubauen, ist dies der Fall.

Kleines Frühstück

Um optimale Voraussetzungen zu schaffen und rückblickend auf die Tatsache, dass an erster Stelle die Kohlenhydratspeicher zur Energiegewinnung herhalten müssen, sollte auf ein kleines Frühstück vor der Cardioeinheit nicht verzichtet werden. Hier reicht schon eine Banane oder ein Glas Saft für eine optimale Versorgung mit Kohlenhydraten.

Wer an ein großes Frühstück gewöhnt ist, wartet optimalerweise noch zwei Stunden mit dem Training. Ein kurzer Lauf darf auch gern einmal ohne Frühstück stattfinden, denn hierzu reichen die Speicher völlig aus. Vor einem langen und intensiven Lauf sollte in jedem Fall für die nötige Energie gesorgt werden, sonst kann dieser leicht zur Mühsal werden.

Körpersignale beachten

Jeder Sportler sollte auf die Signale seines Körpers achten. Es gibt viele Berichte und Tipps hinsichtlich effektiver Trainingseinheiten, doch jeder Organismus reagiert individuell. Ein mittels Training verbesserter Fitnesszustand passt die Fettverbrennungsmaschinerie an. Das Training sollte regelmäßig stattfinden und stets moderat sein (Fettverbrennungsbereich). Nur so sind effektive Ergebnisse zu erwarten. Einzelne Cardio-Einheiten bewirken hingegen nichts.

Eines sollte jeder angehende Cardio-Sportler noch wissen: Das Training auf nüchternen Magen ist eine anstrengende Sache für den Körper. Ein zu lange andauernder kataboler Zustand (Katabolismus = Abbau von Körperprodukten zur Energiegewinnung) am Morgen kostet unter Umständen wertvolles Muskelgewebe und verursacht ggf. Schwindelgefühle und Übelkeit. Die Fettreserven hingegen bleiben weitgehendst unangetastet.

Fettabbau ganz effektiv

Wer effektiv Fett abbauen möchte, schafft dies nicht in einzelnen Cardio-Einheiten (davon war schon zu lesen). Damit die Kilos purzeln, bedarf es nicht nur der physischen, sondern auch der mentalen und psychischen Ausdauer.

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