Der Einfluss der Corona-Pandemie auf das Essverhalten

Als Anfang des Jahres 2020 die ersten Meldungen über eine neue Lungenkrankheit in China in den Nachrichten auftauchten, ahnte noch niemand, wie sehr das den Alltag jedes einzelnen Menschen verändern würde. Kurzarbeit, Home-Office, Reisewarnungen, nichts ist mehr so wie zuvor. Auch beim Essverhalten hat die Pandemie große Veränderungen bewirkt.

Wodurch wurden die Veränderungen im Essverhalten hervorgerufen?

Zum großen Teil ergaben Sie sich aus den Maßnahmen, die durch staatliche Stellen zur Eindämmung der Pandemie getroffen wurden. Betriebe wurden geschlossen und Millionen von Mitarbeiter entweder in Kurzarbeit oder ins Home-Office geschickt. Gleichzeitig wurden die Schulen geschlossen. Die Kinder blieben daheim und hatten im Idealfall Fernunterricht.

Das bedeutete praktisch den Zusammenbruch der Gemeinschaftsverpflegung. Vor Corona war es in vielen Familien üblich, dass die Hauptmahlzeiten außer Haus eingenommen wurden. Die Eltern aßen in der Firma und die Kinder in der Schule. Zu Hause gekocht wurde nur am Wochenende.

Das war auf einmal nicht mehr möglich. Verschärft wurde die Situation durch den Umstand, dass auch Gaststätten geschlossen wurden und höchstens noch Speisen zum Mitnehmen anboten. Auswärts essen dass vor Corona sehr beliebt war, wurde dadurch ebenfalls unmöglich. Wie sich das Essverhalten änderte, zeigt die folgende Infografik.

Infografik über unser Essverhalten während der Corona-Krise
Für die ganze Infografik das Vorschaubild klicken (via Quelle)

Welche Veränderungen ergaben sich und welche Folgen hatten sie?

Sozusagen durch die äußeren Umstände dazu getrieben, nahmen die Menschen ihre Mahlzeiten wieder gemeinsam zu Hause ein, wie das früher einmal zum normalen Alltag gehörte. Das zeigte sich im Einzelhandel, wo es bundesweit bei bestimmten Produkten zu Verknappungen kam. Wenn überwiegend zu Hause gekocht wurde, mussten auch mehr Lebensmittel eingekauft werden.

Dazu kamen Hamsterkäufe, besonders von haltbaren Produkten wie Teigwaren, H-Milch, Mehl und Zucker. Das verstärkt daheim gekocht wurde, hatte sowohl positive als auch negative Folgen.

Was sind die positiven Folgen?

Seit dem Beginn der Maßnahmen gegen die Pandemie wird vermehrt selbst gekocht und auch vermehrt selbst gebacken. Viele alte Familienrezepte werden wiederbelebt. Beim Kochen werden häufig frische Zutaten verwendet. Das Gerichte, die aus frischen Zutaten selbst gekocht werden, gesünder als Fertiggerichte sind, weiß jeder Ernährungsberater. In Fertiggerichten sind zum Beispiel häufig zu viel Salz und eine Reihe von ungesunden Zusatzstoffen enthalten:

– Geschmacksverstärker
– Aromastoffe
– Lebensmittelfarben
– Konservierungsstoffe
– Füllstoffe

und viele andere mehr. Bei vielen von ihnen bestehen gesundheitliche Bedenken. Darum sind selbst gekochte Speisen tendenziell gesünder als Fertiggerichte. Zudem erwies sich die Zubereitung der Mahlzeiten als eine nützliche Beschäftigung, bei der zum Beispiel die Kinder mit einbezogen und beschäftigt werden konnten.

Was sind die negativen Folgen?

Jede Medaille hat 2 Seiten. Auch in Bezug auf das Essverhalten zeigten sich negative Folgen für die Menschen. Viele von ihnen hatten zum Beispiel noch nie kochen gelernt oder es schon längst wieder vergessen. Daher wandten sich Verbraucher verstärkt Fertiggerichten aus dem Supermarkt zu. Beispielsweise erreichte in den ersten Monaten der Pandemie der Absatz von Tiefkühlpizza Rekordwerte.

Auch andere Fertiggerichte waren auf einmal sehr begehrt. Dazu gehörten im besonderen Maß alle Produkte, die auch ohne Kühlung lange haltbar sind.

Die Essgewohnheiten selbst haben sich ebenfalls geändert. Das hängt mit den durch Corona veränderten Lebensgewohnheiten zusammen. Die Menschen verbringen viel mehr Zeit vor dem TV Gerät, dem Computer oder mit dem Smartphone. Dabei werden vielmehr Snacks verzehrt als früher. Anstatt Frühstück, Mittagessen und Abendbrot zu essen, werden ständig Schokolade, Chips, Plätzchen und andere Knabbereien verspeist. Das ist gleich aus 2 Gründen schlecht:

– Süßigkeiten und Knabbereien sind ungesundes Essen.
– Durch das ständige Essen wird viel mehr Nahrung aufgenommen als wenn man sich
auf wenige Hauptmahlzeiten beschränkt.

Was sind die Folgen?

Die negativen Folgen einer solchen Diät sind vorhersehbar. Viele haben während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen zugenommen. Im Volksmund sprechen manche sogar scherzhaft von „Corona-Pfunden“. Die veränderte Ernährung ist daran jedoch nur teilweise schuld. Der Trend zum Zunehmen wurde durch den Umstand gefördert, dass Fitnessstudios und Sportstätten, Wellness Oasen und Hallenbäder über mehrere Monate hindurch geschlossen bleiben mussten und der Betrieb erst langsam wieder anläuft.

Werden die Veränderungen Bestand haben?

Wahrscheinlich nicht, zumindest nicht die meisten. Einige erfreuliche Trends könnten bleiben. So zeigt sich bereits seit Jahren, dass der Verzehr von Fleisch zurückgeht. Die jüngsten Skandale rund um Corona-Infektionen und Arbeitsbedingungen in mehreren deutschen Schlachthöfen bewirken ebenfalls einen Rückgang des Fleischkonsums. Zur selben Zeit steigt die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Speisen.

Andere Veränderungen dagegen werden wahrscheinlich nur kurzzeitig anhalten. Sobald der Schulbetrieb wieder mit Anwesenheitsunterrricht losgeht und die Kurzarbeit beendet ist, wird die Hauptmahlzeit des Tages wahrscheinlich wieder außer Haus eingenommen werden.

Fazit: Corona hat die Essgewohnheiten der Menschen verändert. Zum einen zeigen sich positive Trends, zum anderen aber auch negative Folgen. Einerseits wird seitdem vermehrt zu Hause gekocht, zum anderen essen viele, die daheim sind, mehr Snacks und ungesundes Knabbereien. Zum Glück eröffnen sich allmählich Möglichkeiten, die angefutterten Kilos wieder abzutrainieren.

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