Mayo Diät – Hat mit Mayonnaise wenig am Hut

Was ist eine Mayo-Diät?

Das Wort „Mayo“ lässt Mayonnaise als Ursprung vermuten und sicherlich so manche Augenbraue in die Höhe schnellen. Keine Sorge, der Schlankheitskiller ist nicht die Grundlage. Vielmehr ist die Geburtsstätte dieser Diät die berühmte Mayo-Klinik im US-Staat Minnesota.


Veröffentlich wurde diese Diät zum ersten Mal im Jahr 2005 in den USA in Form eines Buches (Autor Dr. med. Donald Hensrud) und im Internet als Diät- und Ernährungsplan auf einer englischen Diätseite. Das deutsche Buch hierzu erschien im Jahr 2007.

Eigentlich gibt es keinen ausgesprochenen Diät-Plan hierzu. Die Mayo-Diät sieht ein umfangreiches Gesundheitsprogramm vor, das eine Änderung der Lebensgewohnheiten mit Sport, Stress-Management, Motivation und Zielsetzung beinhaltet. Die sogenannte Gesundheitspyramide teilt die Lebensmittelgruppen entsprechend ihrer Energiedichte ein. Das Fundament sind Nahrungsmittel mit niedriger Energiedichte, die sättigen, aber wenige Kalorien enthalten, wie z. B. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.

Den Gegensatz bilden Lebensmittel mit hoher Energiedichte an der Spitze der Pyramide, was bedeutet, dass sie nur eingeschränkt gegessen werden dürfen. Diese sind alle stark fetthaltigen Lebensmittel, einfacher Zucker, Alkohol, Limonaden, Süßigkeiten und alle Fertigprodukte.

Eiweiß steht an drittletzter Stelle. Im Klartext heißt das, Obst darf mit 3 Portionen täglich, Gemüse mit 4 Portionen, Kohlenhydrate mit 4 – 8 Portionen, Eiweiß mit 3 – 7 Portionen, Fette mit 3 – 5 Portionen und Süßigkeiten mit maximal 75 kcal täglich verzehrt werden.

Dabei wird bildlich veranschaulicht, wieviel eine Portion ist, z. B. anhand von Tennisbällen, Spielwürfeln, Hockey Pucks oder Baseballs, damit jeder Diätwillige sich eine Vorstellung von den ungefähren Mengen machen kann.

Verbote gibt es keine, Portionsmengen sollten aber eingehalten werden. Zunächst sind aber einige Schritte vorgesehen:

  1. Die Bereitschaft für eine Diät wird geprüft. Was sind die Beweggründe?
  2. Das Gewichtsziel wird festgesetzt. Ist es realistisch?
  3. Die tägliche Kalorienzahl muss festgelegt werden. Unter- oder Überernährung ist kontraproduktiv.
  4. Die Täglichen Lebensmittelportionen müssen kalkuliert werden.
  5. Ein Fitnesscheck ist vonnöten.

Es gibt noch eine andere sogenannte Mayo-Diät, die aber mit der oben genannten nichts zu tun hat, denn sie ist eine einseitige Low-Carb-Diät bzw. eine Monodiät mit Eiern. Diese falsche Mayo-Diät sollte allenfalls über kurze Zeit durchgeführt werden, da sie dem Körper wichtige Nährstoffe entzieht und diese durch vermehrtes Zuführen von Eiweiß ersetzt.


Wie sieht ein Mayo-Diät-Plan aus?

Zum Start wird ein Kalorienziel festgelegt, das individuell ausgerichtet wird und sich nach den körperlichen Gegebenheiten richtet, wie z. B. Geschlecht, Alter und Fitnesszustand. Wer eine Vorgabe von täglich 1200 kcal hat, darf 3 Portionen Fett (vorwiegend pflanzliche), 3 Portionen mageres Eiweiß, z. B. in Form von Milchprodukten, 4 Portionen Kohlenhydrate, mindestens 3 Portionen Obst (auch mehr) und 4 Portionen Gemüse (mehr ist erwünscht) zu sich nehmen.

Wer mit einer 2000 kcal-Diät an den Start geht, nimmt 5 Portionen Fette, 7 Portionen mageres Eiweiß, 8 Portionen Kohlenhydrate und 5 Portionen oder mehr an Obst und Gemüse zu sich. Allen gemeinsam ist die Menge an Süßigkeiten mit max. 75 kcal täglich.

Die erste Woche ist erfüllt von Menüs und Rezepten für jeden Tag, damit der Diätwillige ein Gefühl für die Ernährung nach der Ernährungspyramide entwickelt. Der Plan sieht täglich drei Hauptmahlzeiten (möglichst zur gleichen Zeit) und einen Snack vor. Auch eine Liste empfohlener Lebensmittelvorräte wird in die Hand gegeben. Dazu gehören beispielsweise Kräuter, Gewürze, Brühe, Hülsenfrüchte, Vollkornnudeln, brauner Reis, Tiefkühl- oder Dosengemüse, Essig, Öl, Vollkorn-Cracker, Tomatenmark usw.

Da die Mayo-Diät zwar die Gewichtsreduktion zum Ziel hat, aber andererseits auch eine langfristige Umstellung auf eine gesunde Lebensweise vorsieht, hat sie keine zeitliche Begrenzung, da der Körper alle Nährstoffe bekommt, die er für seine Funktionen benötigt.

Was sind typische Mayo-Diät-Erfahrungen?

Die Mayo-Diät ist mehr als eine typische Gewichts-Diät. Sie umfasst auch die Beschäftigung mit Sport, Stressmanagement, Entspannung und Tabakentwöhnung, was sie zu einer Lebenseinstellung macht.

Alle Lebensmittel sind ausgewogen, so wie der menschliche Organismus sie benötigt.

Strikte Verbote sorgen bei vielen Diäten oft dafür, dass ein Durchhalten zur größten Herausforderung wird. Dies ist bei der Mayo-Diät jedoch nicht der Fall, da explizit nichts verboten ist. Das Durchhalten fällt also leichter.

Es werden keine Kalorien gezählt, lediglich Portionsgrößen und -mengen müssen über den Tag verteilt eingehalten werden.

Die Mayo-Diät strebt eine gesunde Lebensweise an und ist nicht auf reines Kalorienzählen und schlechtes Gewissen reduziert. Strenggenommen ist sie keine Diät, sondern eine Umstellung der Lebensweise.

3 praktische Mayo-Diät-Rezepte

Zugrunde legen wir hier die Mindestkalorienzahl von 1200 kcal. Diese Menge sollte keinesfalls unterschritten werden, da Hungerattacken und Unterernährung sonst die fatale Folge wären. Da es keine Diät-typischen Rezepte gibt, schauen wir uns einen typischen Beispieltag mit der Mayo-Diät an.

  1. Frühstück:

Zutaten: 1  große Tasse fettarmer Joghurt, ½ Banane, 2 TL Walnüsse

Zubereitung: Joghurt und Banane im Mixer pürieren und mit den gehackten Nüssen bestreuen.

  1. Snack: 1 Portion Obst z. B. 1 Apfel
  1. Mittagessen: Geräucherter Truthahn im Brotfladen

Zutaten: 150 g geräuchertes Truthahnfleisch, 1 Dose kleingeschnittene Tomaten, 2 TL Sonnenblumenkerne, etwas Tomatenmark, 1 Pitabrot zum Befüllen

Zubereitung: Truthahnfleisch kleinschneiden und anbraten, nach Belieben würzen. Das Tomatenmark hinzugeben und kurz mit anbraten, mit den Tomaten aus der Dose ablöschen. Das Pita-Brot mit Wasser kurz ansprühen und im vorgeheizten Backofen bei 200o C ca. 3 – 4 Minuten aufbacken, anschließend in der Mitte aufschneiden und mit der Fleischmasse befüllen. Bon appetit!

  1. Abendessen: Pasta mit frischer Tomatensoße

Zutaten: 90 g Vollkornnudeln, ½ Pckg. pürierte Tomaten, 150 g Pilze, 150 g Zucchini, 3 Nüsse

Zubereitung: Nudeln bissfest kochen. Pilze und Zucchini anbraten und mit den pürierten Tomaten ablöschen (wer möchte, kann noch frische Tomaten und aromatisches Tomatenmark zugeben). Die Nüsse kleinhacken und drüberstreuen. Fertig!

Mayo Diät – Hat mit Mayonnaise wenig am Hut
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Kim Weiss

Ein gesunder Lifestyle ist meine Passion. Ernährung und Diät sind die beiden Hauptthemen, in meinem Job als Ernährungsberaterin, welche mir täglich begegnen.

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