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Gewusst? Schwitzen bei Übergewicht – Ursachen und Tipps

Schwitzen - Häufig als Folge von Übergewicht.

Übergewicht kann starkes Schwitzen verursachen

Ganz gleich ob übergewichtig oder nicht: eine starke Schweißproduktion ist für jeden Menschen unangenehm. Allerdings ist vorhandenes Übergewicht in vielen Fällen die Ursache für das vermehrte Schwitzen. Woran das liegt und was Betroffenen dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Übergewicht beeinflusst normales Schwitzen

Schwitzen ist an sich eine normale Körperfunktion. Sie dient dazu, den Körper zu kühlen und ihn so vor dem Überhitzen zu schützen. Dies gelingt, indem der Schweiß auf der Haut verdunstet – denn dabei entsteht die sogenannte Verdunstungskälte.

Verschiedene Faktoren können die natürliche Körperfunktion jedoch beeinflussen beziehungsweise verstärken. Naheliegend sind beispielsweise warme Außentemperaturen oder körperliche Anstrengung, denn hierbei erhöht sich in der Regel die Körpertemperatur und damit die Schweißproduktion.

Weitere Faktoren sind:

  • Hormonschwankungen wie beispielsweise in den Wechseljahren
  • Scham, Stress oder andere starke Emotionen
  • Krankheiten wie beispielsweise eine Infektion

Übergewicht kann ebenfalls zu einem übermäßigen Schwitzen beitragen, denn die zusätzliche Last bedeutet zusätzliche Anstrengung für den Körper. In der Folge steigt die Körpertemperatur bei Bewegung schneller an, auch bei vermeintlich wenig schweißtreibenden Tätigkeiten wie einem ruhigen Spaziergang. In manchen Fällen führt Übergewicht sogar zu krankhaft verstärktem Schwitzen (Hyperhidrose).

Hyperhidrose: krankhaftes Schwitzen durch Übergewicht

Mit dem Begriff Hyperhidrose bezeichnen Mediziner eine auffallend starke Schweißproduktion, die über das normale Maß hinausgeht. Der Körper schwitzt hierbei zum einen übermäßig viel, zum anderen auch in Situationen, in denen es gar nicht nötig wäre, den Körper zu kühlen.

Es wird zwischen zwei Formen der Hyperhidrose unterschieden:

– Die primäre Hyperhidrose hat keine erkennbare Ursache, es wird daher von einer Veranlagung zu starkem Schwitzen ausgegangen.
– Die sekundäre Hyperhidrose ist auf eine genaue Ursache zurückzuführen; das können Krankheiten sein ebenso wie seelische Probleme oder eben Übergewicht.

Allerdings muss Übergewicht nicht zwangsläufig der Grund beziehungsweise der alleinige Grund für das starke Schwitzen sein. Betroffene sollten daher zur Sicherheit einen Arzt zurate ziehen.

Schwitzen bei Übergewicht: Welche Körperstellen sind betroffen?

Von Hyperhidrose oder vermehrtem Schwitzen aufgrund von Übergewicht können nahezu alle Körperstellen betroffen sein. Neben dem Bereich unter den Achseln leiden unter anderem Folgende 3 Körperregionen darunter:

  • Schwitzen am Po ist für die Betroffenen meist besonders unangenehm, denn die unvermeidlichen Schweißflecken lassen sich nur schwer verbergen. Leicht entsteht dann das Vorurteil einer mangelnden Hygiene.
  • Schwitzen an den Händen ist keine Seltenheit bei Hyperhidrose, denn dort befinden sich sehr viele Schweißdrüsen. Besonders beim Händeschütteln können verschwitzte Hände zum Problem werden.
  • Schwitzen an den Füßen kommt bei einer Hyperhidrose ebenfalls vergleichsweise häufig vor. Aufgrund der Feuchtigkeit im Schuhwerk besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen wie Fußpilz, ein besonderes Augenmerk auf die Hygiene ist daher wichtig.

Darüber hinaus leidet mitunter der Kopf, das Gesicht oder auch der Intimbereich unter der erhöhten Schweißproduktion. Jedoch befinden sich nicht überall auf dem Körper gleich viele Schweißdrüsen. Regionen mit vielen Schweißdrüsen schwitzen dementsprechend stärker bei einer Hyperhidrose.

Abnehmen als Hilfe gegen Schwitzen bei Übergewicht

Ganz gleich, welche Körperstelle eine vermehrte Schweißabsonderung zeigt – für die Betroffenen steht meist die Frage im Mittelpunkt: Was hilft gegen das Schwitzen? Ist Übergewicht die Ursache dafür, besteht der erste Schritt darin, dieses zu reduzieren. Denn wenn der Körper weniger Last tragen muss, erhitzt er weniger schnell und produziert infolge dessen nicht mehr so viel Schweiß, um sich zu kühlen.

Eine Ernährungsumstellung ist ein wesentlicher Faktor beim Abnehmen. Werfen Sie zunächst einen kritischen Blick auf ihre bisherigen Ernährungsgewohnheiten: Versteckte Dickmacher wie süße Getränke sollten vom Speiseplan verschwinden. Zudem ist Essen vor dem Fernseher oder Computer ungünstig – denn ist der Geist abgelenkt, stellt sich das Sättigungsgefühl meist erst mit Verspätung ein.

Bewegung trägt ebenfalls zu einer gesunden Gewichtsabnahme bei. Dafür müssen Sie keine sportlichen Höchstleistungen vollbringen; schon ein zügiger Spaziergang zweimal in der Woche kann die Fitness verbessern und ein guter Anfang sein. Wenn Sie sich an das Pensum gewöhnt haben, können Ausdauersportarten wie Radfahren oder Schwimmen die Bewegung ergänzen.

Dass Abnehmen ein schwieriger Prozess sein kann, können viele Menschen bestätigen, die es schon einmal versucht haben. Häufig braucht es zudem einige Zeit, bis sich erste Erfolge zeigen, was sich bei vielen negativ auf die Motivation auswirkt. Durchhalten lohnt sich jedoch oft und reduziert die Schweißattacken mitunter merklich.

Was hilft noch gegen Schwitzen bei Übergewicht

Abnehmen ist zwar wichtig, um Schwitzen bei Übergewicht zu reduzieren – manchmal reicht das allein jedoch nicht aus gegen die Schweißausbrüche. In dem Fall können folgende Hilfsmittel helfen:

  • Achselpads klingen im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, sie dienen jedoch dazu, die beim Schwitzen entstandene Flüssigkeit aufzunehmen und so unschönen Schweißflecken vorzubeugen. Sie werden hierfür einfach auf die Innenseite der Kleidung geklebt.
  • Ein Antitranspirant hat die Aufgabe, die Produktion der Schweißdrüsen zu reduzieren. Es enthält dazu in der Regel Aluminiumsalze, welche mit körpereigenen Substanzen zusammen die Ausgänge der Schweißdrüsen blockieren. Sie sind besonders bei Schweißproblemen unter den Achseln geeignet, können jedoch Hautirritationen und Reizungen hervorrufen. An empfindlichen Hautstellen oder frisch nach der Rasur sollten sie daher nicht verwendet werden.
  • Deodorants, kurz Deos, werden häufig mit Antitranspiranten verwechselt, vermindern im Gegensatz zu diesen jedoch nicht die Schweißproduktion. Sie zeichnen sich dagegen durch einen unterschiedlich starken Duft aus, mit dem sie den Schweißgeruch überdecken sollen.

Reine Deodorants gibt es jedoch beispielsweise in Drogerien nur noch selten zu kaufen; in der Regel werden Produkte angeboten, die sowohl die Geruchsbindung unterstützen als auch die Schweißproduktion reduzieren.

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