More Nutrition im Check: Zutaten, Proteinbedarf und Gesundheitswerbung
More Nutrition lässt sich nicht pauschal als gesund oder schädlich bewerten. Die Marke verkauft unterschiedliche Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Entscheidend sind das einzelne Produkt, seine Zutaten, die verwendete Menge und der Zweck. Ein Geschmackspulver kann Zucker ersetzen; es ist deshalb noch kein Mittel gegen Heißhunger, Übergewicht oder unerfüllten Kinderwunsch.
Dieser Beitrag ordnet öffentlich zugängliche Produktangaben, Behördenbewertungen und dokumentierte Werbekritik ein. Er beruht nicht auf einem eigenen Labor- oder Geschmackstest. Rezepturen unterscheiden sich je nach Sorte und können sich ändern. Maßgeblich bleibt daher die Zutatenliste der tatsächlich gekauften Packung.
Kurzfassung: Proteinprodukte sind nicht für jeden erforderlich. Sucralose gilt nach der EFSA-Neubewertung 2026 in den derzeit zugelassenen Anwendungen weiterhin als sicher; beim starken Erhitzen bleiben Fragen offen. Gerichtliche Entscheidungen zu Werbung sind von der gesundheitlichen Bewertung sämtlicher Produkte zu unterscheiden.
Welche Produkte sollten getrennt beurteilt werden?
Ein Proteinpulver, ein Getränkesirup und ein Nahrungsergänzungsmittel erfüllen unterschiedliche Zwecke. Der gemeinsame Markenname macht ihre Wirkungen nicht austauschbar. Auch die Bezeichnung „Fitnessfood“ sagt nicht, ob ein Produkt im persönlichen Speiseplan einen Nutzen hat.
| Produktart | Möglicher Zweck | Vor dem Kauf prüfen |
|---|---|---|
| Geschmackspulver wie Chunky Flavour | Speisen aromatisieren und süßen | Zutaten, Portionsgröße, tatsächlicher Zuckerersatz |
| Proteinshake oder Proteinriegel | Zusätzliche Eiweißzufuhr | Bedarf, Gesamtenergie, Preis pro Portion |
| Getränkesirup | Getränke geschmacklich verändern | Süßungsmittel und vorgesehene Verdünnung |
| Nahrungsergänzungsmittel | Bestimmte Nährstoffe oder andere Stoffe ergänzen | Konkreter Bedarf, Dosierung, Wechselwirkungen und Werbeaussagen |
Wer bereits ausreichend Eiweiß isst, braucht nicht automatisch einen zusätzlichen Shake. Umgekehrt kann ein bequemes Produkt im Alltag hilfreich sein, ohne dass dadurch die gesamte Ernährung besser wird. Ein sinnvoller Vergleich schließt normale Lebensmittel wie Joghurt, Hülsenfrüchte oder Quark ein.
Was steckt in Chunky Flavour?
Die geprüfte Hersteller-Zutatenliste einer Vanille-Variante nennt unter anderem Inulin, Aroma, Sucralose, Steviolglycoside und Laktase. Andere Sorten enthalten beispielsweise Gebäck- oder Schokoladenstückchen und können andere Allergene mitbringen. Diese Angaben beschreiben die Rezeptur; sie belegen keine Behandlung von Beschwerden.
Inulin ist ein Ballaststoff, kein Insulin. Eine randomisierte Studie zur Inulinzufuhr dokumentierte mehr Blähungen und weitere Magen-Darm-Beschwerden bei der untersuchten Menge. Das Ergebnis ist keine Untersuchung von Chunky Flavour, zeigt aber, warum die Verträglichkeit von Menge und Person abhängt. Wer mehrere angereicherte Produkte am selben Tag verwendet, sollte deshalb die Gesamtmenge und die eigene Verträglichkeit betrachten. Wiederkehrende Beschwerden sind kein notwendiges Zeichen dafür, dass ein Produkt „im Darm arbeitet“.
Die zugesetzte Laktase macht ein Produkt nicht automatisch für Menschen mit Milcheiweißallergie geeignet. Laktose und Milcheiweiß sind unterschiedliche Bestandteile. Beachten Sie die hervorgehobenen Allergene auf der Packung und verlassen Sie sich nicht allein auf einen Rezeptvorschlag aus sozialen Medien.
Wie viel Zucker und Energie spart ein Geschmackspulver?
Eine Ersparnis entsteht nur im Vergleich zu dem Zucker, den Sie tatsächlich ersetzt hätten. Ein Rechenbeispiel: 10 Gramm Haushaltszucker liefern ungefähr 40 Kilokalorien. Wird diese Menge weggelassen, müssen die Kalorien des verwendeten Pulvers noch gegengerechnet werden. Wer zuvor ungesüßten Quark gegessen hat, spart durch das zusätzliche Pulver dagegen keine Zuckerenergie ein.
Die beworbene Süßkraft ist nicht automatisch die Menge Zucker, die in Ihrer üblichen Portion enthalten war. Auch ein angenehm süßes Dessert kann zusammen mit Toppings energiereich sein. Für die Beurteilung zählen die fertige Portion und die Zutaten, nicht nur eine einzelne Zahl auf der Vorderseite der Dose.
Ebenso wenig lässt sich aus einem persönlichen Erfahrungsbericht ableiten, dass ein bestimmtes Pulver Heißhunger auf Süßes behandelt. Mahlzeitenrhythmus, Schlaf, Stress und die übrige Ernährung können eine Rolle spielen. Gewichtsveränderungen einer Person lassen sich nicht isoliert einem gekauften Produkt zuschreiben.
Wie bewerten EFSA und BfR Sucralose?
Die EFSA veröffentlichte ihre Neubewertung am 17. Februar 2026. Sie bewertet Sucralose in den derzeit zugelassenen Anwendungen weiterhin als sicher und bestätigte die akzeptable tägliche Aufnahmemenge von 15 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert bezieht sich auf Sucralose selbst, nicht auf Gramm eines Geschmackspulvers.
Eine Ausweitung auf zusätzliche Anwendungen konnte die Behörde nicht als sicher bestätigen. Bei längerem starken Erhitzen bestehen Unsicherheiten zu möglichen Abbauprodukten. Das BfR empfiehlt weiterhin, sucralosehaltige Lebensmittel nicht auf Temperaturen zu erhitzen, wie sie beim Backen, Braten und Frittieren entstehen, oder Sucralose erst danach zuzusetzen.
Die sachliche Schlussfolgerung ist weder „jedes Produkt ist gefährlich“ noch „jede Verwendung ist unbedenklich“. Kalte Anwendungen und starkes Erhitzen müssen getrennt betrachtet werden. Ohne Angabe der Sucralosemenge lässt sich aus der Pulverportion allein zudem keine genaue persönliche Aufnahme berechnen.
Sind zwei Gramm Protein pro Kilogramm für alle sinnvoll?
Nein. Die DGE-Referenzwerte für Protein liegen für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren bei 0,8 Gramm pro Kilogramm Normalgewicht und Tag. Ab 65 Jahren gilt ein Schätzwert von 1,0 Gramm. Das sind Referenzwerte für die beschriebenen Gruppen, keine pauschale Obergrenze.
Für intensives sportliches Training können andere Mengen sinnvoll sein. Die DGE-Position zur Sporternährung berücksichtigt Trainingsumfang und Trainingsziel. Deshalb ist weder eine hohe Menge für alle erforderlich noch jede Menge oberhalb von 0,8 Gramm automatisch schädlich.
Bei einer Nierenerkrankung gehört die Eiweißzufuhr in die individuelle medizinische Ernährungsplanung. Der Beitrag zum Abnehmen mit Proteinshakes erklärt, warum ein Shake nicht automatisch ein zusätzliches Abnehmplus ist. Für die meisten Kaufentscheidungen ist zunächst sinnvoll zu prüfen, welche Eiweißquellen bereits täglich gegessen werden.
Was ist an der Kritik an Gesundheitswerbung belegt?
Ein dokumentierter Fall betrifft Werbung, gegen die foodwatch vorging. Im Urteil des Landgerichts Itzehoe, Aktenzeichen 8 HKO 7/24, ging es um konkret beanstandete Werbeaussagen. Foodwatch teilte am 28. Mai 2025 mit, dass die Berufung zurückgenommen worden und das Urteil rechtskräftig sei. Foodwatch ist dabei die klagende Organisation.
Diese Entscheidung ist kein allgemeiner Nachweis, dass sämtliche Produkte der Marke gesundheitsschädlich sind. Sie zeigt, warum konkrete Gesundheitsversprechen geprüft werden müssen. Ein Erfahrungsbericht zu Schwangerschaft oder Gewichtsverlust ersetzt keinen belastbaren Wirksamkeitsnachweis für ein Produkt.
Rabattcodes und persönliche Nähe zu Influencern können eine Kaufentscheidung beeinflussen. Prüfen Sie deshalb, ob eine Aussage Werbung ist, auf welche Studie sie sich tatsächlich bezieht und ob dort das konkrete Produkt untersucht wurde. Ein Laborzertifikat zur Zusammensetzung beantwortet eine andere Frage als eine klinische Studie zur Wirkung.
Welche Umweltfrage stellt sich bei Süßstoffen?
Das Umweltbundesamt bewertet Sucralose und Acesulfam-K als relevante Spurenstoffe für Gewässer und Trinkwasserressourcen. Diese Umweltperspektive betrifft den Stoff und seine Nutzung insgesamt, nicht ausschließlich eine Marke. Sie ist außerdem von der Bewertung einer einzelnen Lebensmittelportion zu unterscheiden.
Wer weniger süße Produkte verwenden möchte, kann Getränke häufiger ungesüßt wählen und die Süße von Speisen allmählich an den eigenen Geschmack anpassen. Dafür ist kein anderes Spezialpulver erforderlich. Ob eine bestimmte Alternative im Alltag gefällt, ist eine persönliche Entscheidung.
Eine kurze Entscheidungshilfe vor dem Kauf
- Benennen Sie den Zweck: Geschmack, Bequemlichkeit oder eine tatsächlich bestehende Versorgungslücke?
- Vergleichen Sie Zutaten und Nährwerte derselben Portionsgröße.
- Prüfen Sie Allergene, Hinweise zur Verwendung und gegebenenfalls Koffein.
- Rechnen Sie den Preis pro tatsächlich verwendeter Portion aus.
- Vergleichen Sie mit normalen Lebensmitteln und lassen Sie sich nicht durch einen Rabatt zum Vorratskauf drängen.
More Nutrition kann einzelne praktische Lebensmittel bieten. Die Marke ist aber keine Voraussetzung für eine ausgewogene Ernährung. Weitere Einordnungen finden Sie unter Diät Nahrung und im Magazin.
Häufige Fragen
Ist More Nutrition grundsätzlich ungesund?
Eine pauschale Bewertung ist nicht sinnvoll. Zutaten, Menge, Verwendung und persönlicher Bedarf unterscheiden sich zwischen den Produkten. Ein einzelnes Werbeversprechen gilt nicht für das gesamte Sortiment.
Ist Chunky Flavour ein Proteinpulver?
Chunky Flavour ist ein Geschmackspulver zum Aromatisieren und Süßen. Es sollte nicht mit einem Proteinpulver zur gezielten Eiweißzufuhr gleichgesetzt werden.
Kann ich sucralosehaltiges Pulver zum Backen verwenden?
Das BfR empfiehlt weiterhin, sucralosehaltige Lebensmittel nicht auf Temperaturen wie beim Backen, Braten oder Frittieren zu erhitzen oder Sucralose erst nach dem Erhitzen zuzusetzen.
Brauche ich täglich zwei Gramm Protein pro Kilogramm?
Nicht grundsätzlich. Der Bedarf hängt unter anderem von Alter, Trainingsumfang und Gesundheit ab. Eine einheitliche hohe Menge ist keine Empfehlung für alle Erwachsenen.
Beweist ein Werbeurteil, dass alle Produkte schädlich sind?
Nein. Eine Entscheidung zu konkret beanstandeter Gesundheitswerbung ist von einer gesundheitlichen Bewertung sämtlicher Produkte zu unterscheiden.
![Proteinshake und Pulver [Bildinhalt mit KI erstellt] Glas mit hellem Proteinshake neben einer Schale Pulver [Bildinhalt mit KI erstellt]](https://diaet-ratgeber24.de/wp-content/uploads/proteinshake-glas-pulver.webp)