Almased-Diät: Was bringt das Abnehmpulver wirklich?
Schnell Gewicht verlieren – das verspricht die Almased-Diät mit ihrem Eiweiß-Shake auf Sojabasis. Vor allem für Menschen, die unkompliziert starten und erste Erfolge sehen wollen, klingt das vielversprechend. Doch wie effektiv ist Almased wirklich? Was steckt in dem Pulver? Und wie nachhaltig ist das Konzept? Dieser Ratgeber beleuchtet die Almased-Diät ausführlich, bewertet Nutzen und Risiken und zeigt Alternativen für gesundes Abnehmen auf.
Das Wichtigste in Kürze
- Almased ersetzt vorübergehend Mahlzeiten durch einen Eiweiß-Shake zur Unterstützung der Gewichtsabnahme.
- Die Diät ist in bis zu vier Phasen gegliedert und soll eine langfristige Umstellung der Ernährung fördern.
- Pro Shake sind etwa 15 g Zucker enthalten – hauptsächlich in Form von enzymreichem Honig.
- Der Shake liefert viel Eiweiß, aber kaum Ballaststoffe, was zu Verdauungsproblemen führen kann.
- Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen oder Nierenschwäche sollten Almased nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
Was ist Almased und hilft es beim Abnehmen?
Die Almased-Diät nutzt proteinreiche Shakes als Mahlzeitenersatz. Sie soll den Stoffwechsel anregen, Heißhunger bremsen und langfristig zu einer gesünderen Ernährung führen. Studien zeigen: Als Einstieg kann Almased bei starkem Übergewicht sinnvoll sein. Für dauerhaften Erfolg ist jedoch eine Umstellung auf echte, ausgewogene Ernährung unerlässlich.
Wie funktioniert die Almased-Diät?
Die Almased-Diät basiert auf einem klaren Konzept aus vier aufeinanderfolgenden Phasen. In der Startphase werden alle drei Hauptmahlzeiten durch Almased-Shakes ersetzt. Diese Phase dauert meist drei bis sieben Tage. In Phase zwei, der Reduktionsphase, wird eine Mahlzeit – meist das Mittagessen – wieder durch eine feste, kohlenhydratarme Mahlzeit ersetzt. Morgens und abends bleibt es beim Shake.
Die dritte Phase ist die sogenannte Stabilitätsphase. Jetzt stehen zwei Mahlzeiten auf dem Speiseplan, ergänzt durch einen Shake. Diese Phase soll helfen, das erreichte Gewicht zu halten. In der vierten und letzten Phase – der Lebensphase – wird die Ernährung vollständig auf gesunde, ausgewogene Mahlzeiten umgestellt. Der Shake bleibt nur bei Bedarf erhalten.
Zusätzlich gibt es Sonderprogramme: einen verkürzten Notfall-Plan für schnelle Ergebnisse und einen angepassten Diabetes-Plan. Unterstützend werden Wasser und Gemüsebrühe empfohlen. Ziel ist, den Jo-Jo-Effekt zu vermeiden und schrittweise zu einer gesunden Ernährung zurückzufinden.
Inhaltsstoffe: Das steckt im Almased-Shake
Almased besteht aus nur drei Hauptzutaten: Sojaprotein, Magermilch-Joghurtpulver und enzymreichem Honig. Der Eiweißanteil liegt bei 50 Prozent – damit zählt Almased zu den proteinreichsten Diätshakes. Zucker ist ebenfalls enthalten, rund 15 Gramm pro Portion. Der Hersteller verweist auf die natürliche Qualität des Honigs. Trotzdem bleibt Zucker Zucker – bei drei Portionen täglich kommen Nutzer bereits auf 45 Gramm.
Der Shake enthält kaum Ballaststoffe, was die Verdauung belasten kann. Wer gegensteuern will, kann Flohsamenschalen, Chia- oder Leinsamen ergänzen. Die Fettquelle wird separat über zwei Teelöffel Pflanzenöl hinzugefügt.
Nährwerte pro Portion (230 ml mit Öl):
| Nährwerte | Pro Portion (230 ml) |
|---|---|
| Energie | 230 kcal |
| Fett | 7 g |
| Gesättigte Fettsäuren | 0,5 g |
| Kohlenhydrate | 15,3 g |
| Davon Zucker | 14,9 g |
| Eiweiß | 26,7 g |
| Ballaststoffe | 0,2 g |
Insgesamt handelt es sich um einen proteinreichen, aber zucker- und ballaststoffarmen Shake. Das kann den Insulinspiegel niedrig halten, aber nicht alle Nährstoffbedürfnisse decken.
Eiweißzufuhr und Bedarf im Alltag
Eiweiß ist essenziell für den Körper. Es hilft beim Zellaufbau, stärkt die Muskulatur und unterstützt beim Fettabbau. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Für Kraftsportler kann der Bedarf auf bis zu 1,7 Gramm steigen.
Ein Shake mit Almased liefert etwa 26,7 Gramm Eiweiß. Wer dreimal täglich einen Shake trinkt, kommt schnell auf 80 Gramm – mehr als der Durchschnitt benötigt. Überschüssiges Eiweiß belastet bei Daueranwendung vor allem die Nieren.
Eine ausgewogene Ernährung mit Hülsenfrüchten, Milchprodukten, Fisch, Fleisch und pflanzlichen Proteinen kann den Bedarf problemlos decken. Deshalb ist es langfristig besser, auf natürliche Eiweißquellen zu setzen. Auch selbst gemixte Shakes mit Quark, Haferflocken und Obst sind eine gesündere Alternative.
Gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen
Auch wenn Almased den Einstieg erleichtern kann, ist die Diät nicht für jeden geeignet. Menschen mit Nierenerkrankungen sollten aufgrund des hohen Eiweißgehalts vorsichtig sein. Auch bei Schilddrüsenproblemen, insbesondere bei Hashimoto, ist Sojaprotein kritisch – es kann die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. In solchen Fällen ist eine ärztliche Beratung zwingend erforderlich.
Weitere mögliche Nebenwirkungen zu Beginn der Diät: Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Frösteln oder Verdauungsprobleme. Diese Symptome verschwinden meist nach wenigen Tagen, können aber belastend sein. Langfristig fehlt vielen Anwendern die Vielfalt auf dem Teller, was die Motivation senken kann.
Außerdem sind durch die geringe Ballaststoffzufuhr Verstopfungen möglich. Wer länger auf Almased setzt, sollte auf eine ausreichende Ballaststoffergänzung achten – oder bald auf echte Lebensmittel umsteigen.
Ist eine langfristige Gewichtsabnahme mit Almased möglich?
Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Wer stark übergewichtig ist oder gesundheitliche Risiken wie Bluthochdruck oder Prädiabetes hat, kann mit Almased schnell erste Erfolge erzielen. Das motiviert. Doch Almased allein ist keine Dauerlösung. Um das Gewicht zu halten, braucht es eine nachhaltige Umstellung der Ernährung.
Ernährungsmediziner betonen: Eine Kombination aus Bewegung, nährstoffreicher Vollwertkost und psychologischer Stabilität ist entscheidend. Wer sich nach dem Shake wieder von Fast Food ernährt, nimmt schnell wieder zu. Das Risiko eines Jo-Jo-Effekts ist groß.
Daher sollte Almased maximal als Einstiegshilfe gesehen werden. Wer danach bewusst auf gesunde Ernährung achtet, kann das Gewicht halten und sogar weiter reduzieren. Es empfiehlt sich, spätestens ab Phase 3 eigene Mahlzeiten einzubauen und den Shake langsam auszuschleichen.
Gibt es Alternativen zu Almased?
Ja – und viele davon sind deutlich günstiger und transparenter in der Zusammensetzung. Selbst gemachte Eiweißshakes mit Quark, Banane, Haferflocken und Leinsamen enthalten alle nötigen Makronährstoffe und sind reich an Ballaststoffen. Sie lassen sich individuell anpassen und enthalten keinen zugesetzten Zucker.
Auch eiweißreiche Ernährung mit Hülsenfrüchten, Fisch, Eiern oder pflanzlichem Protein wie Lupine kann langfristig schlank machen. Das Beste: Sie fördert gleichzeitig die Darmgesundheit, Sättigung und Esskultur. Wer es genau wissen will, kann mit einer Ernährungsberaterin einen individuellen Plan erstellen.
Für manche kann Almased also ein temporärer Helfer sein. Für nachhaltige Ergebnisse braucht es jedoch mehr als ein Pulver – nämlich Gewohnheitsänderung, Motivation und Bewegung.
Fazit
Die Almased-Diät kann beim Abnehmen helfen – vor allem als kurzfristiger Einstieg. Doch wer langfristig schlank bleiben möchte, sollte auf echte Mahlzeiten, ausreichend Ballaststoffe und Bewegung setzen. Der Shake allein ist kein Wundermittel. Nur wer seine Ernährung wirklich umstellt, profitiert dauerhaft.
